25.10.2026
Stellungnahme zur Reform der Nachrichtendienste
Deutschland befindet sich in einer sicherheitspolitisch angespannten Lage wie seit Zeiten des Kalten Krieges nicht mehr. Der Krieg nach dem Überfall von Putins Russland auf die Ukraine hat das System der Europäischen Sicherheitsarchitektur mit einem Schlag verändert. Gleichzeitig erleben wir einen erratisch handelnden amerikanischen Präsidenten, der auf seine Weise alle internationalen Verträge nach Belieben kündigt oder einhält. Hinzu kommen russische Sabotage-, Cyber- und Desinformationsangriffe sowie chinesische Spionage und Einflussnahme.
Aus der oben beschriebenen Notlage darf gerade nicht folgen, die Befugnisse der Dienste beliebig auszuweiten und auf eine wirksame Kontrolle zu verzichten. Wer die Dienste in einer solchen Lage stärken muss, braucht eine Kontrolle, die trägt, und Befugnisse, die vor dem Bundesverfassungsgericht Bestand haben.
Nach unserem Befund erweitert der derzeitige Gesetzesentwurf die Befugnisse der Dienste erheblich und baut zugleich Sicherungen ab, die unseres Erachtens bereits die bisherigen, weitgehenden Befugnisse rechtlich erst tragfähig machten. Die größten Bedenken und Sorgen gelten der Aufweichung des Trennungsgebotes. Gerade die politischen Überwachungsmöglichkeiten, die mit formellen Kommissionen in anderen Ländern bestehen, sollte erwogen werden.